Was macht einen perfekt sitzenden aus?

Ein perfekt sitzender Anzug. GIbt es ihn? Wohl kaum! So ist der Sitz eines Anzugs natürlich auch dem individuellen Geschmack des Trägers unterworfen. Mag der eine lieber einen Slim Fit Anzug, bevorzugt der andere lieber die bequeme Comfort Fit Variante. Dennoch gibt es einige Aspekte, die einen guten Sitz des Anzugs, unabhängig der individuellen Bedürfnisse, vereinen. Über die Zeit haben wir die Punkte für uns herausgearbeitet, auf die wir unser höchstes Augenmerk richten. Bei der Vermessung achten wir darauf, dass ein ästhetisches Gesamtbild unter Berücksichtigung verschiedener Proportionen entsteht. Nachfolgend haben wir euch einige Punkte zusammengefasst:

Das Revers und die Brust

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Die Brustpartie sperrt nicht auf, sondern liegt auf der Brust auf. 

Kragen, Taille und Schulter

Der Kragen liegt eng am Hemdkragen an. Der Schließknopf des Sakko befindet sich auf Höhe der schmalsten Stelle der Taille. Die Taille ist präsent, ohne dass ein starker Zug auf dem Schließknopf entsteht.  Die Schulterpartie fällt in einer geraden Linie.

Der Rücken

Der Rücken ist bis auf die Bewegungsfalten neben dem Achselbereich bzw. unterhalb des Schulterblatts faltenarm. 

Die Ärmellänge

Die Ärmellänge sollte einen cm  über dem Ende der Hemdenmanschette enden. 

Die Hose

Das Sakko schließt vorne mit dem Schritt der Hose ab – Seitentaschen sowie das Gesäß sollten verdeckt sein. 

Der Hosenbund sitzt ein gutes Stück über der Hüfte, um so optisch die Beine zu strecken und eine harmonische Proportion zu schaffen.

Der Kniebereich sollte nur einen kleinen oder keinen Faltenwurf aufweisen. Die Hose endet kurz oberhalb des Schuhs oder leicht aufsitzend. 

Neben den genannten Punkten spielen natürlich auch weitere eine Rolle. Dazu gehören z.B. die individuelle Haltung oder der Schulterwinkel des Anzugsträgers. Solche Punkte können nur in der Maßanfertigung berücksichtigt werden, damit der Maßanzug am Ende besser sitzt und weniger Falten aufwirft.

Perfektion liegt im Auge des Betrachters

Um einen Maßanzug zu fertigen, kann man sich keiner exakten Wissenschaft bedienen.  Der erste Maßanzug wird selten ohne jegliche Korrektur sein. 

Bei genauem Betrachten könnte man an jedem Anzug eine Kleinigkeit finden, die man noch verbessern kann. Selbst nach über fünf Jahren ändern wir bei neuen Anzügen für uns noch das ein oder andere Detail ab – und beim übernächsten machen wir die Änderung eventuell wieder rückgängig, da sie nicht den gewünschten Vorteil erbracht hat. Man sieht also, Perfektion liegt im Auge des Betrachters und kann je nach Situation stark variieren.

Was den Sitz eines Anzugs beeinflusst

Die Passform eines Anzuges ist von vielen Faktoren abhängig. Unterschiedliche Stoffe verhalten sich auch anders beim tragen. Ein schwerer Tweedstoff verzeiht deutlich mehr, als es das ein leichter Mix aus Wolle, Seide und Leinen tut. Manche Stoffe müssen in bestimmten Bereichen etwas weiter als andere geschnitten werden. Dein Körper unterliegt natürlich auch Schwankungen. Nach einem langen Arbeitstag im Büro wirst du eine andere Haltung haben, als nach einem entspannten Brunch am Samstag. Über die Zeit können sich auch kleine Gewichtsschwankungen ergeben, die wohl jeder von uns kennt.

Nicht zu vergessen, dass sich deine Haltung ändern kann, sobald du vor einem großen Spiegel bei uns im Geschäft stehst und womöglich noch mehrere Augen auf dich gerichtet sind.

Ein Wort noch zu Falten: Es gibt Falten, die als überflüssig betrachtet werden können und Falten, die zu einem Anzug dazu gehören. Die Überflüssigen werden durch unsere Vermessung entfernt. Alle anderen liegen in der Natur des Stoffes, da wir nach wie vor Anzüge und keine Ritterrüstungen anfertigen.