Wie pflege ich meinen Anzug? 2.0

Textilreinigung

Wenn Du Deinen Anzug reinigen möchtest, solltest Du ein paar Dinge beachten. Schaue als erstes, um welche Art Anzug es bei der Reinigung geht – ist es ein Full-Canvas, Half-Canvas oder ein „Fused“ geklebter Anzug und aus welchem Material ist er gefertigt?

Full Canvas bedeutet, dass das Sakko komplett genäht ist, Half Canvas ist nur z.T. genäht und dann geklebt. Der geklebte Teil des Anzuges kann sich bei falscher Behandlung lösen oder Blasen werfen. Ein Full Canvas ist deutlich widerstandsfähiger und langlebiger. Die Materialzusammensetzung findest du meist im Etikett deines Anzuges. Hier gibt es kleine feine Unterschiede in der späteren Behandlung, je nachdem, aus welchem Garn dein Anzug gefertigt ist.

Waschhinweise und Pflegesymbole

Zuerst sollten du auf das Etikett achten, dort stehen spezifische Waschhinweise für Dein Kleidungsstück. Hier sind einige der wichtigsten Pflegesymbole:

Pflegehinweis: Nicht Waschen (Do Not Wash)


Nicht Waschen (Do Not Wash)

 


Nicht Bleichen (Do Not Bleach)

 


Bügeln mit mittlerer Temperatur (Warm Iron)

 


Professionelle Reinigung (Dry Clean Only)
Der Kreis deutet auf die Professionelle Textilreinigung hin. Buchstaben P, F oder W kennzeichnen auf die erlaubten Reinigungsverfahren und Lösungsmittel.

Weitere Erklärungen zu den Symbolen der Waschhinweise findest Du hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Textilpflegesymbol

 

Ausbürsten

Mit dem Tragen des Anzugs wird der Stoff an einigen Stellen besonders belastet. Das sind besonders die Ellbogen, Knie und das Gesäß. Darüber hinaus kann der Stoff am Gesäß nach einiger Zeit etwas speckig werden. Das liegt am Aufbau des Gewebes: Zwischen den Garnen sind winzige Hohlräume, die durch die Bindung des Webens entstehen. Hier können sich mit der Zeit Schmutz- und Schweiß Partikel sammeln, die die Garne verkleben und irgendwann den Stoff speckig machen. Vorbeugend sollte der Anzug also abgebürstet werden – damit werden die gröbsten Verschmutzungen schon entfernt und der Stoff bleibt länger sauber. Das Bürsten richtet auch die Fasern wieder auf und gibt dem Anzug seinen alten Griff wieder.

Anzug ausbürsten um Verunreinigungen vorzusorgen

So werden Schmutz, Staub und Fusseln sanft entfernt. Eine Naturhaar-Kleiderbürste ist hier besser als eine aus Kunststoff, da sie das Gewebe weniger angreift. Benutze am besten auch keine Kleberoller, denn sie verschließen durch den Klebstoff das Gewebe und machen es damit weniger geschmeidig.

 

Flecken entfernen

Sobald ein Fleck auf deinem Anzug kommen sollte: Entferne ihn am besten direkt. Hierfür reicht ein feuchtes Tuch, mit dem du den Fleck vorsichtig abtupfst. Es wird deutlich schwieriger, den Fleck zu entfernen, wenn er einmal eingetrocknet ist. Dann gilt: In die professionelle Reinigung!

Falls du Schweißflecken in deinem Anzug entdeckst, bringe sie auch unbedingt in die Reinigung. Es gibt zwar viele Tipps und Hausmittelchen um  Schweißflecken zu entfernen, aber von diesen ist unbedingt abzuraten. Viele dieser Techniken können das feine Gewebe des Anzuges schädigen und helfen nur bedingt. Übrigens entstehen Schweißflecken gar nicht wegen des Schweißes an sich, sondern wegen der Produkte, die genutzt werden, um das Schwitzen zu verhindern. Viele Deodorants enthalten Aluminium, und dieses oxidiert mit dem Schweiß und verfärbt den Stoff. Mit der Nutzung von aluminiumfreien Deodorants gehst du dem Problem direkt aus dem Weg.

 

Aufbewahrung und Transport

Achte darauf, dass Du für Anzüge Kleiderbügel mit möglichst breiter Auflagefläche verwendest. Diese Form ist der der Schulter am ähnlichsten und sorgt dafür, dass der Anzug sich nicht verformt.

Bei Reisen den Anzug in einem Kleidersack transportieren. Hängend ist natürlich ideal aber oft unpraktisch. Wenn der Anzug im Koffer transportiert wird, ihn ordentlich falten und gegebenenfalls Seidenpapier und weiche Pullover zwischen den Anzug und andere Objekte legen. Sobald du angekommen bist, den Anzug wieder aufhängen – so hängen sich leichte Knitterfalten wieder aus.

Auffrischen

Der Wollanteil im Anzug braucht Feuchtigkeit, um seine Elastizität zu behalten. Dazu kannst du von Zeit zu Zeit deinen Anzug über eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne hängen. Mit dem Wasserdampf dringt Feuchtigkeit in die Fasern, womit auch Knitterfalten ohne Bügeln entfernt werden können (ähnlich der Funktionsweise eines Steamers). Wenn es mal schnell gehen muss reicht es auch, den Anzug bei einer Dusche mit ins Badezimmer zu hängen.

Um unangenehme Gerüche zu entfernen sollte der Anzug gelüftet werden: Dazu den Anzug einfach auf einem Bügel an die frische Luft oder frei im Raum hängen lassen. Auch hier kann etwas Wasserdampf die Gerüche entfernen – also den Anzug neben die Dusche hängen oder über das heiße Bad.

 

Aufbügeln

Hochwertige Anzüge werden nicht rein zweidimensional hergestellt: Die Passform wird besonders dadurch kreiert, dass der Stoff aufwendig gebügelt wird, bis er eine dreidimensionale Form erhält. Dieser Herstellungsschritt erfordert einen sehr geschickten und gut ausgebildeten Bügler.

Wenn der Stoff später durch das Tragen knittert, ist es empfehlenswert, den Stoff mit einem Steamer zu behandeln und den Anzug gut aushängen zu lassen anstatt selbst zu bügeln. Das sollte man generell nur an Stellen, die nicht die Passform des Anzugs beeinflussen. Kniekehlen oder Ellbogen kannst du ruhig ausbügeln, achte auf die Angaben, die im Anzug vermerkt sind, und stelle das Bügeleisen dementsprechend ein. Den Schulter- oder Brustbereich deines Sakkos solltest du lieber nicht selbst bügeln und in professionelle Hände geben. Frage vorher, ob Bügelpressen in der Reinigung verwendet werden – diese können auch der Passform des Anzuges schaden.

Anzug professionelles Aufbügeln der Hose

Professionelle Textilreinigungen kann man daran erkennen, dass sie mit Bügeltischen und Steamern arbeiten statt mit Bügelpressen.

 

Referenzen:
(Bildnachweise der Symbole: waschsymbole.net via Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Textilpflegesymbol)

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